Die belgische Garnisonsstadt Siegen

Militärische Einrichtungen und menschliche Begegnungen

Herbert Bäumer erinnert sich an militärische Einrichtungen und menschliche Begegnungen

Garnisonsstadt wurde Siegen 1935. Für die Wehrmacht wurden Kasernen und militärische Einrichtungen gebaut. Nach dem Krieg gehörte Siegen zur britischen Besatzungszone. Ausgeübt wurde die militärische Kontrolle jedoch von den Belgischen Streitkräften. Sie nutzten die vorhandenen Kasernen und erweiterten die Infrastruktur für die ca. 3000 Soldaten und deren Angehörige, auf die die Garnison schließlich anwuchs. Herbert Bäumer, 1940 in Gosenbach geboren, lernte belgische Soldaten 1970 über gemeinsame Vereinsaktivitäten kennen. Es entstanden enge, freundschaftliche Verbindungen, die auch den Abzug der Belgier im Jahr 1994  überdauerten. Bäumer versteht die Zeit der Garnison als Teil der Siegener Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Sein Buch „Von der Wehrmacht zur belgischen Garnison“, erschienen 2001, ist die bislang vollständigste Dokumentation dieser historischen Epoche. Im Interview lässt der Autor einige seiner Erinnerungen aufleben.

4. September 2020

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Impressionen

Fotos aus dem Privatarchiv von Herbert Bäumer.

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Schlagworte

Zeitzeuge: Herbert Bäumer

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8 Kommentare

  1. gibt es jetzt noch kasernen bei euch? mein opa war in siegen
    stationiert,obwohl er aus bayern war.

    mfg
    jürgen wolfelsperger

  2. Ganz hervorragend! Als Heimatfreund sehe ich hier eine Geschichtsstunde par excellence. Bitte nehmt diese Videos mit in die Schulen, in den Geschichts-Unterricht! Diese Dinge müssen einfach festgehalten werden, damit auch unsere Jugend erfährt, was früher war. Denn: Wer seine Vergangenheit nicht kennt, hat keine Zukunft! Danke allen Beteiligten!

  3. Ein tolles Dokument der Zeitgeschichte, sehr anschaulich von Herbert Bäumer erzählt, der die Zeit der Belgischen Garnison in Siegen nicht nur erlebt, sondern aktiv mitgelebt hat. Bei mir hat er gleich wieder Erinnerungen geweckt. Wir wohnten am Fuße des Wellersberges – und wenn die Soldaten mit ihren Panzern ausrücken mussten, war die Nacht vorbei. Aber das gehört damals dazu, ohne dass es Proteste oder Unterschriftensammlungen gab. Zu meinen Kindheitserinnerungen gehörte auch, dass ich mit meinen Eltern bei einem von den Radsport-begeisterten Belgieren organisierten Radrennen an der Strecke war. Glückauf aus Frankfurt in die Heimat!

  4. Nach Schließung des Standortes Heidenberg hatte ich im Museum angerufen und vorgeschlagen, Embleme vom Eingangstor bzw auch an Gebäuden angebrachte für das Museum als zeitgeschichichtliche Zeugnisse zu bewahren. Leider bekam ich die mehr als enttäuschende Antwort: dankeschön, aber daran besteht kein Interesse. – Kein weiterer Kommentar.
    G. Bäumers Arbeit ist umso mehr von sehr großem Wert!

    1. Auch wenn im Siegerlandmuseum keine Relikte aufbewahrt werden können, die an die Garnisonszeit erinnern, so findet sich ein solches doch unweit des Schlosses. Graf Johann VII. von Nassau-Siegen, Heeresreformator und Gründer einer Kriegsschule in Siegen, wurde 1935 von Hermann Kuhmichel in einer monumentalen Steinskulptur verewigt. Diese schmückte bi 1994 die Kasernenanlage auf dem Heidenberg. Nach deren Abriss fand Johann der Mittlere einen neuen Standort „Am Alten Friedhof“, eng verbunden mit der Schlossmauer.

  5. Ein hoch interessanter Bericht, der auch bei mir Erinnerungen weckte. Mein Onkel war in den 30er Jahren dort als Soldat der Wehrmacht stationiert und musste von Siegen immer nach Trupbach zum Truppenübungsplatz laufen. In den 1950er und 1960er Jahren hatte mein Vater innerhalb des Kasernengeländes ein kleines Fotogeschäft, wo die Soldaten z.B. ihre Filme abgeben konnten und ein paar Tage später die fertigen (S/W) Bilder bekamen. Ich war als kleiner Steppke (5-8 Jahre) ein paarmal mit und hatte einen Heidenrespekt vor den Soldaten. Später hat mein Vater einmal einen Besuch des belgischen Königs fotografiert, der nur für wenige Stunden eingeflogen kam. Leider sind diese Bilder nicht erhalten geblieben, es kann auch sein, dass er im Auftrag der Ganison fotografiert hat und die Bilder dort verblieben sind. Später natürlich die Erinnerungen an die nächtlichen Panzerfahrten, bei denen man um 3 Uhr nachts senkrecht im Bett stand – wir wohnten damals in Gosenbach, auch dort kamen die Panzer häufig durch. Ich wohne aber schon seit 40 Jahren nicht mehr im Siegerland, aber dieses habe ich nie vergessen.

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