Auf zu neuen Ufern

Ein persönlicher Film über die Freilegung der Sieg

Ein Beitrag von Hermann Schäl – veröffentlicht am 6. März 2020

Die Aktionen und Arbeiten zum „Neuen Siegufer“ habe ich über Wochen und Monate bis zur Eröffnung mit der Kamera begleitet.
An den Anfang meines Videos habe ich den wunderschönen „Scheiner-Blick“ von Jakob Scheiner gesetzt. Er zeigt die historische Siegbrücke, auch wenn das Bild nicht die damalige Wirklichkeit abbildet.
Dann kamen Krieg und Zerstörung. Auch im Bereich der Sieg kam es zu starken Veränderungen.
In den 1960er Jahren kamen Städteplaner auf die Idee, mehr Parkraum zu schaffen. Da bot sich – jedoch gegen viele Widerstände aus der Bevölkerung – der Bau einer Siegüberkragung als Parkfläche an. Die Sieg wurde damit im Bereich der Innenstadt weitgehend überdeckt.
Nach Jahrzehnten der Parkraumnutzung kamen die Städteplaner – erneut gegen Widerstände – auf den Gedanken, die Sieg wieder frei zu legen.

Der lange Weg begann

Mit einem Kunst-Event von Siegerländer Schülerinnen und Schülern mit Farbe und Pinsel begannen die letzten Stunden der Siegplatte.
Die letzten Tage der Siegplatte wurden noch einmal mit musikalischen und anderen interessanten Darbietungen gefeiert. Viele Besucher haben an diesem Wochenende die Siegplatte zum letzten Mal begangen.
Dann ging es los.
Mit viel Mann- und Maschinenpower wurde das Projekt „Siegplattenabriss“ in Angriff genommen.
Und siehe da, eines Tages war es soweit: Das neue Siegufer konnte in einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben werden.
Das „Neue Siegufer“ hat am Ende viele Kritiker überzeugt und wesentlich zur Attraktivitätssteigerung der Stadt Siegen beigetragen.

Impressionen

Der Bereich, in dem die Sieg Oberstadt und Unterstadt voneinander trennt, hat im Laufe der Jahre und Jahrzehnte schon viele Gesichter gehabt. Wo zuerst Fußgänger, später Pferdekutschen und ein Oberleitungsbus fuhren, parkten später Autos. Heute ist der Bereich für den Autoverkehr gesperrt und lädt die Menschen ein, den Fluss wieder für sich zu entdecken.
Bilder 1 und 2 mit freundlicher Genehmigung vom Stadtarchiv Siegen, Bilder 3 und 4 von Elisabeth Etzroft, Bild 5 von Familie Otto Kroll, Bild 6 von Juli Sassmann.

Infos

Ende der 1960er Jahre gebaut, war die Siegüberkragung – die Siegplatte – jahrzehntelang umstrittener Mittelpunkt in der Unterstadt.
Während die einen sich über die Parkplätze direkt neben der Fußgängerzone freuten, wünschten sich die anderen weniger Beton und mehr Flair.
1967 und 1968 wurde die 5.100 Quadratmeter große Siegplatte über den Fluss gebaut und kam den Bedürfnissen einer autogerechten Stadt nach. Jahrzehntelang war sie nicht nur Parkplatz, sondern auch Stellplatz für den Weihnachtsmarkt oder Stadt- und andere Feste.
Doch das Bauwerk aus Beton-Fertigteilen kam in die Jahre, Abschnitte mussten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden und die Rufe nach einer Freilegung des namensgebenden Flusses wurden immer lauter. Als Siegener Beitrag zur „Südwestfalen Regionale 2013“ begannen schließlich 2010 die Vorbereitungen, im Jahre 2012 wurde die Platte nach und nach abgerissen und die Sieg wieder sichtbar gemacht. Mit einer Webcam auf dem Parkhaus an Reichwalds Ecke wurden die Fortschritte für die Öffentlichkeit beobachtbar. Vor dem endgültigen Abriss im September 2012 gestalteten 3.000 Schüler die Betonplatte unter dem Motto „Platte:Kunst“ und die Stadt feierte ihr größtes Kunstevent im öffentlichen Raum.
Seit 2016 liegt der Fluss wieder frei und bietet mit den vielen Sitzmöglichkeiten ganz neue Ansichten auf die Stadt.

Lageplan

Schlagworte

Hermann Schäl, Fotograf aus Wilnsdorf, wuchs in Siegen auf. Mit freundlicher Genehmigung von Hermann Schäl.

Autor: Hermann Schäl

Hermann Schäl kam 1947 als Vertriebener im Alter von drei Jahren nach Siegen. Seit 1965 lebt der begeisterte Hobby-Fotograf  in Wilnsdorf. Viele weitere Filme aus seiner Kamera zeigt er auf seinem YouTube-Kanal „Hufosi“.  

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