Groß in Fahrt im 1:87- Format

Eine exklusive Reise durch die Miniaturwelt Siegerland

Ein Beitrag mit Film von Andrea und Heiko Weiß  – veröffentlicht am 3. April 2020

Rückblick. 2011: Wir stehen in einem leeren Raum. Wir, das sind Heiko und Andrea Weiß und unser Freund Jürgen Römer.

Bis vor kurzem stand hier unsere „Bärnau“-Modellbahnanlage. Diese H0-Anlage hatten wir als unser „Erstlingswerk“ gebaut und nach ihrer Fertigstellung abgerissen, um Platz für eine neue zu schaffen.

Nach einigen Überlegungen entschließen wir uns, unsere Heimat, das Siegerland, in der Epoche III/IV, also in den  1970-er Jahren, nachzubauen. Diese Zeit war geprägt durch eine intensive Nutzung der Schiene für den Güter- und Personenverkehr.
Wir überlegen: Was gilt es an regionalen Besonderheiten zu beachten?

Technik und Hintergrundgestaltung

Zu dieser Zeit stößt Karsten Hofacker zu uns. Wir kennen uns bereits seit Jahren; ab jetzt steuert er regelmäßig nicht nur seine beachtlichen elektrotechnischen Kenntnisse bei, sondern ergänzt unser Team auch sonst sehr gut.

Bevor die Steuerung ins Spiel kommt, sind natürlich noch etliche Vorarbeiten zu leisten. Anstatt eine Hintergrundtapete anzubringen, gestalten wir den Hintergrund selbst. Alina, unsere Tochter, tobt sich künstlerisch aus, indem sie für Wolken, Bäume und die Hintergrundhäuser Siegens sorgt. Der Hintergrund wird der jeweiligen Bauphase angepasst; wir arbeiten uns Stück für Stück vor.

Kreative Kompromisse in der Stadt

Unser „Miniatur-Siegen“ bietet, wie das halt im Modellbau ist, nur eine geringe Fläche, um alles darzustellen, was die Stadt ausmacht. Durch die Gleisführung wird dies nicht einfacher: Sie legen wir zuerst fest und bauen dann die Stadt darüber. So stehen die Bauwerke bei uns teilweise in einem anderen Verhältnis zueinander, als sie auf alten Fotos und Filmen beziehungsweise in der Wirklichkeit zu sehen sind. Für das Obere Schloss und das Kirchenschiff unseres „Krönchens“, also der Nikolai-Kirche, ist kein Platz vorhanden – wir kleben beziehungsweise malen sie kurzerhand auf die Wand.

Da die Bausätze im Handel nicht so erhältlich sind, wie wir sie brauchen, verändern wir die handelsüblichen so weit wie möglich oder bauen sie direkt selbst. Dafür greifen wir auf alte Fotos zurück und ergänzen diese bei zahlreichen Streifzügen durch die Stadt, die wir auf diese Weise völlig neu entdecken und schätzen lernen.

Nie hätten wir gedacht, dass Siegens Bahnhof mit den anliegenden Gebäuden in den 1970-er Jahren einen so hässlichen Anstrich hatte. Doch haben wir auch noch nie zuvor wahrgenommen, wie viele große Bäume in der Stadt Siegen selber stehen!

Das Miniaturland Siegerland: Der Film in drei Folgen

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Film mit freundlicher Genehmigung von Heiko und Andrea Weiß und Märklin Insider-Club/Europmedia-Verlag Klaus Eckert.

Impressionen

Einblicke in die Miniaturwelt Siegerland. Auf ihrer H0-Anlage haben Andrea und Heiko Weiß die Stadt Siegen der 1970er mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Martin Knaden/MIBA-Miniaturbahnen

Infos

Für den Gütertransport war die Ruhr-Sieg-Strecke bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als schnelle Verbindung zwischen Siegerland und Ruhrgebiet doppelgleisig gebaut worden; die zahlreichen Seitentäler wurden nach und nach durch eingleisige Neben- bzw. Kleinbahnen erschlossen. Der Güterverkehr erfolgt bis heute sowohl mit Ganz- als auch mit gemischten Güterzügen. Die Ganzzüge transportierten in den 1970-er Jahren hauptsächlich Erze und Kohle als Rohstoffe für die hiesigen Stahlwerke; mit den Einzelwagen-Zügen wurden die fertigen Erzeugnisse wie zum Beispiel Walzen und Maschinenteile abtransportiert. Die Nebenbahnen wurden sowohl für den Personennah-, als auch für den Güterverkehr genutzt. Gerade in früheren Jahren war in vielen Fällen die Bahn die einzige Möglichkeit für die Bewohner der entlegenen Seitentäler, ihre Arbeitsplätze in den Stahl- und Bergwerken und anderen hiesigen Firmen zu erreichen.

Typisch für diese Region ist neben eisenverarbeitender Industrie, dass sie sehr waldreich ist: Siegen ist bis heute der waldreichste Kreis und Siegen selbst die baumreichste Stadt Deutschlands.

Landschaft und Klima sind rau, so dass es kaum landwirtschaftliche Flächen gibt. In der Kreisstadt Siegen prägen verschiedene Kirchen, das Obere und das Untere Schloss sowie die Kölner Straße als steilste Einkaufsstraße Deutschlands das Bild. Die Stadt liegt auf sieben Hügeln und bietet daher viele Möglichkeiten, seine Wahrzeichen von verschiedenen Blickwinkeln aus zu entdecken beziehungsweise darzustellen.

 

Lageplan

Schlagworte

Autorin: Andrea Weiß

Andrea und Heiko Weiß kamen eher zufällig zum Modellbau. Heiko erbte von seinem Vater jede Menge Material, darunter 4.500 Waggons, 136 Loks, unzählige Sträucher und Bäume – alles originalverpackt.

Nach dem Verkauf vieler Teile wuchs in ihm die Idee, eine eigene Modellbahn zu bauen. Schnell war klar, dass er sein Geburtsjahr 1970 darstellen wollte, aber Ahnung vom Modellbau hatte er zu der Zeit nahezu keine. Heiko war kreativ, sein Kumpel Jürgen baute anfangs die meisten der Bausätze, Andrea wollte Szenen gestalten – so tasteten sich die Drei an das Abenteuer Modellbahn heran. Zuerst erarbeiteten sie alles in Handarbeit, später am Computer. Im Laufe der Zeit wurde die Qualität der Bauteile wurde immer besser.

Im „Miniatur-Siegerland“ sind allerlei eigene Erlebnisse und Beobachtungen eingebaut, keine der mehr als eintausend Figuren steht zufällig an ihrem Ort, alle erzählen eine Geschichte.

„Eine gute Modellbahn lebt“, sagen die beiden – und planen bereits die nächste Bahn.

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