Der Bombenkrieg am Rosterberg

Kindheitserinnerungen an eine dunkle Zeit

Noch in den ersten Monaten 1945 tobte der Krieg in Siegen. Das ist bekannt. Was das konkret für den Alltag und auch für besondere Ereignisse wie Bestattungen bedeutete, ist schwer vorstellbar. Willi Zöller (1931) erinnert sich an „Christbäume“ am Himmel und den dauernden Beschuss, der die Menschen am Rosterberg „kaum noch aus Bunkern, Stollen und Kellern kommen ließ“. Sein Klassenlehrer meinte indes, selbst im Halbdunklen sei Kopfrechnen noch gut möglich. Eindringlich schildert Willi Zöller der Großangriff am 1.2.1945.
„Der Bunker in der Rosterstraße wurde ab dem 16.12.1944 nach und nach immer mehr unser ‚Zuhause‘“, schildert der Zeitzeuge. „Mit gemischten Gefühlen, aber natürlich auch froh“ kehrten die Menschen im April in die ramponierten Häuser zurück. „Unvergessen bleibt für mich die erste Nacht im Haus. Wir hatten (… ) im Keller unser Quartier aufgeschlagen und konnten seit langem ohne Alarm, Beschuss, Angst und Schrecken durchschlafen…“. Weniger Glück hatte Willi Zöllers Großvater, der aus gesundheitlichen Gründen nicht in den Bunker konnte. Der Enkel hat ihn nicht mehr wiedergesehen.
Willi Zöller berichtet auch über die Zeit unmittelbar nach Kriegsende: Schule hatte zunächst gar nicht und dann in einem notdürftig hergerichteten Raum mit „Pappdeckeln vor den Fenstern“ und „einem Kanonenofen mit einem Ofenrohr aus einer Fensteröffnung“ stattgefunden – mit hungrigen Jungs und der Quäkerspeise, während die Mutter mit dem „Butter-Langenbach“ aus Eiserfeld ins Hessenland zum Hamstern fuhr…. .

29. Januar 2021

Zeitzeuge: Willi Zöller

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