Aktives Museum Südwestfalen

Den Opfern ein Gedenken

Traute Fries berichtet über jüdisches Leben in Siegen und dem Siegerland und über die Gründung des Vereins Aktives Museum Südwestfalen e.V.

Das Aktive Museum Südwestfalen e. V. ist ein Verein, der 1993 gegründet wurde.
Erklärtes Ziel der InitiatorInnen  war es, dem Erinnern an das jüdische Leben in Siegen einen dauerhaften Ort zu geben und zwar an der Stelle, an der bis zum 10. November 1938 die Siegener Synagoge stand. Sie wurde, wie jüdische Gotteshäuser in ganz Deutschland, auf Geheiß des Nazi-Regimes niedergebrannt.
Am selben Platz, der Straße Obergraben, wurde ein Luftschutzbunker gebaut, der später vom Stadt- bzw. Kreiskrankenhaus als Lager genutzt wurde. Seit 1964 fanden hier jährlich Gedenkfeiern zur Erinnerung an die Pogromnacht statt.
Schließlich reifte die Idee, den Bunker zum  Museum auszubauen, das den Opfern der Nazi-Diktatur  gewidmet ist. Nach der Vereinsgründung 1993 konnte die Erinnerungsstätte 1996 eröffnet werden. Im Jahr 2000 wurde das Museum auf die gesamte Etage ausgeweitet, sodass ab 2001 auch an die anderen Opfergruppen des Nazi-Regimes erinnert werden konnte. Bauarbeiten zur Erweiterung der Ausstellungsfläche wurden 2020 aufgenommen.
Traute Fries, Vorstandsmitglied des Aktiven Museums Südwestfalen, berichtet nicht nur von der Gründung des Vereins, sondern weiß detailreich von den Schicksalen jüdischer Familien in Siegen zu erzählen und von der Pionierarbeit, die Menschen wie Walter Thiemann und Klaus Dietermann im Sinne der Erinnerungskultur leisteten. Schließlich gibt sie auch Einblicke in ihre Biografie und die Motivation für ihr seit Jahrzehnten währendes ehrenamtliches Engagement. 

Astrid Schneider

Impressionen

Die Synagoge am Obergraben in Siegen wurde 1938 von den Nationalsozialisten zerstört, später wurde der Bunker erbaut, in dem mittlerweile das Aktive Museum Südwestfalen untergebracht ist.
Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Stadtarchiv Siegen, Bestand 704, Fo 1856, Fo 1858 sowie Klaus Merklein (Bilder 3-6).

Infos

Das Aktive Museum Südwestfalen über sich:

Das Aktive Museum Südwestfalen (AMS) in Siegen, Obergraben 10, wurde am 10. November 1996 eröffnet. Vorausgegangen waren vier Jahre zäher Verhandlungen mit dem Besitzer des Luftschutzbunkers am Obergraben, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, um die Bereitstellung von Räumlichkeiten.

Der Bunker war 1940 auf den Grundmauern der Siegener Synagoge errichtet worden, nachdem Männer der Siegener SS und SA das Gotteshaus am 10. Nov. 1938 in Brand gesetzt hatten.

In den ersten Jahren wurde eine Dokumentation „Zur Geschichte der Juden in Stadt und Land Siegen“ gezeigt. Da die Einrichtung in der Bevölkerung und bei Schulen regen Zuspruch fand, wurde im Jahr 2001 die Ausstellungsfläche auf rund 200 qm erweitert (gesamte untere Bunkeretage). Somit konnten in der Dauerausstellung weitere regionale Opfergruppen des Nationalsozialismus dargestellt werden: Sinti und Roma, Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas, Opfer der “Euthanasie”, politisch Verfolgte u. v. a.

Link zur Homepage: Klick

Lageplan

Schlagworte

Zeitzeugin: Traute Fries

Traute Elisabeth Fries, Vorstandsmitglied des Aktiven Museums Südwestfalen e. V., geboren 1945 in Siegen-Weidenau, begleitet die Arbeit des Vereins seit den frühesten Anfängen. Sie ist auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagiert, so auch in der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V., in der Geschichtswerkstatt Siegen und als Kommunalpolitikerin.

Die Geschichte mit Freunden teilen

Share on facebook
Facebook
Share on email
Email

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.